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Ersatz fürs Systemabbild: Der Dateiversionsverlauf

In Windows 8.1 wurde die Systemabbildfunktion entfernt. Diese diente dazu, ein vollständiges Backup der Festplatte zu erstellen. Neu dazugekommen ist dafür der Dateiversionsverlauf.

Funktionsweise

Ist der Dateiversionsverlauf aktiviert, wird immer, wenn ein Dokument geändert wird, eine Sicherung dieser auf einem externen Datenträger erstellt. Laut Microsoft werden alle Dokumente in den Bibliotheken, dem Desktop, den Favoriten und die Kontakte gesichert. Eine Möglichkeit, andere Ordner hinzuzufügen, besteht nicht.

Um einen anderen Ordner zu sichern, ist es nötig, diesen zu einer Bibliothek hinzuzufügen. Hierfür kann es sinnvoll sein, eine eigene Bibliothek, etwa mit dem Namen Backup, zu erstellen. Eigene Bibliotheken werden in die Sicherung integriert.

Von der Sicherung ausgeschlossen sind daher alle Anwendungen und das System selbst.  Zusätzlich besteht die Möglichkeit, explizite Ordner von der Sicherung auszuschließen. Erleidet also die Festplatte einen Defekt, muss man trotz Sicherung die Programme neu installieren. Um die Daten muss man sich jedoch keine Sorgen machen.

Wiederherstellen älterer Dateiversionen

Um vorherige Versionen zu durchsuchen oder wiederherzustellen klickt man im Start-Ribbon des Explorers auf Verlauf.

Explorer
Explorer

Es öffnet sich ein Fenster, in welchem man ähnlich wie im Explorer die Sicherungen durchsuchen kann. Klickt man mit der rechten Maustaste auf ein Element, öffnet sich ein Kontextmenü, mit dem man die Dateien betrachten und wiederherstellen kann.

Dateiversionsverlauf
Dateiversionsverlauf

Systemabbild wurde zu selten genutzt

Von Microsoft wird die Umstellung unter anderem damit begründet, dass die Systemabbildfunktion relativ kompliziert war und deshalb nur von wenigen Menschen genutzt wurde.

Ein großes Problem von dieser wurde durch den Dateiversionsverlauf gelöst: Für die Sicherung der gesamten Festplatte benötigte man über USB2.0 meist mehrere Stunden. In dieser Zeit durfte der PC weder heruntergefahren werden noch durfte das Backupmedium getrennt werden.
Bei der Sicherung der einzelnen Dokumente soll es kein Problem darstellen, wenn die Verbindung zum Massenspeicher getrennt wird. In diesem Fall werden die Dateien auf der internen Festplatte zwischengespeichert. Sobald das externe Speichermedium wieder verbunden wird, werden die Daten dorthinkopiert.

Ein weiterer Vorteil der Umstellung liegt darin, dass verschiedene Versionen der Dokumente gespeichert werden. Außerdem kann nicht nur die komplette Sicherung, sondern auch eine einzelne Datei wiederhergestellt werden. Beim Systemabbild war es nötig, das komplette System auf den Stand der Sicherung zurückzusetzen.

Aktivieren des Dateiversionsverlaufs

Der Dateiversionsverlauf ist  unter Windows 8.1 nicht standartmäßig aktiviert. Um ihn zu nutzen, ist es nötig, ihn manuell zu starten. Hierfür sucht man in der Sidebar einfach nach Dateiversionsverlauf.

Suche nach Dateiversionsverlauf
Suche nach Dateiversionsverlauf

Im sich öffnenden Fenster muss einfach auf Einschalten geklickt werden.

Einschalten des Dateiversionsverlaufs
Einschalten des Dateiversionsverlaufs

Über die Schaltfläche Erweiterte Einstellungen lassen sich das Aktualisierungsintervall, die Größe des Offlinecaches (wenn das Sicherungsmedium nicht verbunden ist) und die Aufbewahrungsdauer der gesicherten Dokumente festlegen.

Erweiterte Einstellungen des Dateiversionsverlaufs
Erweiterte Einstellungen des Dateiversionsverlauf

Zusätzliches Speichermedium für Sicherung nötig

Zwar werden die Dokumente auch auf der Hauptfestplatte gesichert, wenn das gewählte Speichermedium nicht verfügbar ist, aber dies schützt nur vor versehentlichen Änderungen. Solange die Dateien nicht auf einem zweiten Medium gesichert sind, sind diese im Fall eines Hardwaredefekts verloren.

Fazit

Der Dateiversionsverlauf ist ein sinnvolles Feature zur Sicherung der eigenen Daten. Besonders die Möglichkeit, ältere Versionen einzelner Dateien zu betrachten ist sehr praktisch. Als vollständiger Ersatz für ein Systembackup ist er jedoch nicht geeignet. Besser wäre es seitens Microsoft gewesen, den Dateiversionsverlauf zu ergänzen, aber die Systemabbild-Funktion beizubehalten.

Möchte man ein vollständiges Backup der gesamten Festplatte erstellen, ist es nun nötig, auf Software eines Fremdherstellers zurückzugreifen.

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